Vom Stamm zum Tisch

Vom Stamm zum Esstisch

... oder warum es sich lohnt zu einem Tischler zu gehen:

Ich möchte euch an Hand dieses Projekts zeigen, welcher Aufwand tatsächlich hinter der Planung und der Umsetzung eines Esstisches steckt. Und warum es sich lohnt ein paar Euro mehr in die Hand zu nehmen, um zu 100 % dass zu bekommen was man möchte, statt 2 mal etwas zu kaufen, was nicht dem entspricht wie man es gerne hätte.

Der Kundenwunsch

Jedes meiner Projekte startet mit der Anfrage eines Kunden. In diesem Fall war es der Wunsch einer Familie nach einem neuen Esstisch. Nach dem die Küche saniert wurde, war es an der Zeit den alten Esstisch gehen zu lassen. Im Gespräch wure klar, dass an den Tisch besondere Ansprüche gestellt wurden. Der Esstisch stellt den Mittelpunkt der Küche dar, an dem alle zusammen kommen können. 

  • Es soll für jeden Platz sein und zum gemütlichen beisammen sein einladen.
  • Er sollte eine Form besitzten, die es ermöglicht bequem auf der Eckbank herum zu rutschen
  • Die Oberfläche musste zur Küchenarbeitsplatte passen
  • Die Maße waren bereits festgelegt: Er sollte in der Länge 1550mm und in der Breite 1050 werden. Beides sind Maße, die es nicht in einem Möbelgeschäfft oder von der Stange gibt.

Der Nächste Schritt war es, den Wünschen nach eine Zeichnung zu erstellen. Bis zur finalen Version werden in der Regel mehrere Entwürfe angelegt, bis alles genau so ist, wie es sich der Kunde vorstellt. Dabei ist von meiner Seite immer im Blick zu halten, dass es handwerklich umsetzbar bleibt.

Das Holz

Die Auswahl des Holzes spielt eine zentrale Rolle für jedes meiner Projekte. Die Qualität und die Optik des späteren Produkts hängen zu 90% von der Materialauswahl ab. Viele Fragen müssen im Vorhinein beantwortet werden: Soll das Möbel schlicht gemaßert sein und keine Äste haben? Oder einen wilden Verlauf mit rustikalem Charakter? Welche Farbe soll das Produkt am Ende haben? Soll es hart oder weich sein? Gibt es einen besonderen Holz-Wunsch?

Sind diese Dinge klar, wird ein passendes Holz ausgewählt.

In diesem speziellen Fall konnte nur Eiche die erforderlichen Eigenschaften erfüllen. Der Tisch sollte an die bestehende Küchenarbeitsplatte optisch angepasst werden. Die Herausforderung war es, ein natürliches Holz an eine industriell gefertigte Kunststoffbeschichtung anzupassen.

Da Holz ein Naturprodukt ist obliegt, es mir die richtigen Bohlen aus einem Stamm auszuwählen. Für mich ist es wichtig, dass ein Tisch aus Bohlen eines einzigen Stammes gefertigt wird, um ein möglichst homogenes Bild zu erzielen. Die Stammware wird in Bohlen angeliefert. Die Länge und Breite variiert, da jeder Baum ein Unikat ist. Ich muss mit dem vorlieb nehmen, was der Holzhändler zu bieten hat. In diesem Fall waren es 3 Bohlen von etwas mehr als 28cm Breite und 4 Meter Länge, die perfekt für den Esstisch geeignet waren.

Aber das ist doch viel zu viel Material für so eine Tischplatte....

 

Wie aus Viel, Weniger wird.

... das könnte man so meinen. Aber fangen wir doch mal mit dem groben Zuschnitt an.

Nach der Anlieferung muss das Material möglichst zügig in Teilstücke verarbeitet werden. Die Größe richtet sich hier immer nach den Endmaßen der fertigen Tischplatte. Hier gibt man zur Länge einen groben Zuschlag. Bei diesem 1. Zuschnitt, gehen etwa 1cm Länge des Materials pro Schnitt verloren.

 

Danach geht es weiter mit dem Besäumen und Auftrennen der Bohlen. Bei Eiche ist es wichtig und für mich als Tischler Pflicht, das Splint- vom Kernholz zu trennen. Der Splint hat eine mindere Qualität und ist für die weitere Verarbeitung nicht geeignet. Er ist bei Eiche gut zu erkennen, da er sich hell vom Kernholz abzeichnet. Ebenso muss der Kern bei Mittelbohlen herausgetrennt werden. Auch hier wird pro Schnitt etwa 4mm Material abgenommen. 

 

Zum groben rechnen: Bei der 28cm breiten Bohle sind auf jeder Seite etwa 4cm Splint zu entfernen. Das Ergebnis kann man auf dem vierten Bild sehr gut erkennen. 

 

Im folgenden Schritt werden die nun geschnittenen Bretter abgerichtet. Das bedeutet, dass jedes Brett je eine saubere Fläche und Kante im 90° Winkel erhalten. Hier gehen je nach Krümmung und Wuchs der Bretter weiter 2-5 mm Material in der Breite und Dicke verloren.

 

Zuletzt werden die nun abgerichteten Bretter auf nahezu Fertigmaß ausgehobelt. In diesem Fall wurde eine 52mm starke Bohle auf ca. 40mm abgetragen.

Vom Brett zur Platte

Form und Oberfläche: Eine Frage des Geschmacks

Kontakt

Aus Tischlers Hand

Jan Sattler

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Tel.: 0151-41456209

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